Kartoffeln 2016

Liebe Kartoffelkonsumenten,

2016 war ein äußerst schwieriges Kartoffeljahr. Unter guten Bedingungen konnten wir im vergangenen Jahr Anfang April unsere Pflanzkartoffeln in die Erde bringen. Unter ebenfalls guten Bedingungen konnten wir nach dem Keimen des ersten Unkrautes dieses abstriegeln, die Kartoffeldämme wie dieser neu aufhäufeln und dieses drei Mal wiederholen. So hatten wir das Unkraut oder Beikraut gut im Griff. Die Frühkartoffeln haben wir Mitte Mai sogar beregnet, was sich im Nachhinein trotz des nachfolgend vielen Regens als gut herausstellte, denn sie hatten einen guten Ertrag und Qualität. Anfang Juni kam dann der Regen und hörte nicht auf, auf den Feldern stand zum Teil das Wasser. In der Folge bekamen die Kartoffeln „nasse Füße“ wie wir Bauern sagen. Das können sie (wie wir auch) nicht gut vertragen. Bedingt durch diese mehr als dreifache Regenmenge im Monat Juni stoppte das Wachstum der Knollen und das Laub wurde oberirdisch von Pilzen befallen. Als es dann Ende Juni/ Anfang Juli immer wärmer wurde, es aber auch immer wieder Regenschauern gab konnten sich diese Pilze immer weiter ausbreiten und brachten das Laub zum Absterben. Am 10. Juli war dann alles Laub abgestorben und damit auch das Knollenwachstum zu Ende. Das erklärt die vielen kleinen Knollen und den damit verbundenen schlechten Ertrag von ungefähr zwei Dritteln bis, je nach Sorte, zur Hälfte des Normalen. (Wir dachten zuerst es wäre noch weniger und es gibt auch zahlreiche Kollegen wo dieses so ist.)

Doch damit nicht genug: Bedingt durch das viele Wasser wurde der eigentlich lockere Boden stark zusammengefügt. Dadurch war im Boden weniger Luft und es konnten sich zahlreiche Schadpilze bilden (Schorf, Schwarzfäule, Erwinia, Nabelendfäule, Rizoctonia, etc.) und Bodenlebewesen entwickeln (Drahtwurm, die Larve verschiedener Laufkäfer, Nacktschnecken, etc.), die der Knollenqualität (vor allem der Äußeren) wenig zuträglich sind. So sortieren wir von den wenigen Kartoffeln auch noch übermäßig viele aus. Bis zu 40 Prozent und dabei geschieht es, das wir auch einige Mängel übersehen oder auch welche rauswerfen die fast nichts haben. Dazu gibt es noch viele Kartoffeln (10 bis 20 %), die wir als zu klein absieben, obwohl wir schon ein kleineres Sieb (mit 25mm) verwenden.

Zusätzlich zu den äußeren Mängeln kommt, dass die Kartoffeln einen sehr niedrigen Stärkegehalt haben (durchschnittlich ca. 20% weniger als normal). Dieses ist durch das sehr frühe Absterben der grünen Blattnasse verursacht. So konnten nur weniger Stoffwechselprodukte der Photosynthese aus den Blättern in die Knolle eingelagert werden, als sonst. Die Stärke ist aber der Geschmacksträger der Kartoffel, ähnlich wie das Fett bei tierischen Produkten.

Wir bitten Sie um Ihr Verständnis, dass wir Ihnen unsere Kartoffeln nicht in der von uns und Ihnen gewollten Qualität anbieten können. Wir können sie auch nicht preiswerter verkaufen, denn wir haben auf jeden Fall nicht ausreichende Mengen. Wir werden in Kürze auch eine extra kleinere Sortierung (evt. auch gewaschen)  anbieten, mit entsprechenden Zubereitungstipps. Bitte unterstützen Sie uns trotzdem oder gerade wegen der Umstände mit einem weiteren Kauf der Kartoffeln bei uns.

Warum Bioland Kartoffelanbau gut für uns und die Umwelt ist, ist ja hoffentlich hinreichend bekannt. Wenn nicht, fragen Sie nach, wir stehen Ihnen gerne dafür zur Verfügung.

Ihre Bioland – Bäuerin und Ihr Bioland – Bauer vom Lammertzhof :          

Petra Graute-Hannen  und  Heinrich Hannen

Bioland Lammertzhof