Advent 2016

Liebe Kunden,

das zweite Lichtlein brennt schon, der dritte Advent steht vor der Türe – der Jahresendspurt ist in vollem Gange. Bevor der Weihnachtsbaum-Verkauf startet und wir uns der internen Weihnachtsfeier am 19.12. (Achtung, der Hofmarkt schließt dann bereits um 13 Uhr! Beachten Sie bitte auch die weiteren geänderten Öffnungszeiten unter „Termine“) widmen, haben wir den Spätherbst genutzt, um an einer von unserem Großhändler Weiling organisierten „Entdeckungstour Italien“ teilzunehmen. Während die anderen Teilnehmer per Flieger angereist sind, haben wir die Entdeckungstour für unseren Jahresurlaub genutzt – und sind ganz entspannt mit dem PKW nach Süditalien und wieder zurück gereist und haben sooo viel gesehen! In den kommenden Newslettern werden wir über unsere Erfahrungen vor Ort berichten. So viel sei aber bereits verraten: Der Bio-Anbau in (Süd-)Italien ist besser als sein Ruf – hat aber dennoch viel Entwicklungspotenzial!
Winterliche Grüße,

Unterschrift

Petra Graute-Hannen und Heinrich Hannen

Vom Feld

Auf den Feldern ist mit dem Frost der letzten Nächte auch der Winter gekommen: Die Felder sind soweit komplett geerntet und die Früchte in den Lagern und Kühlhäusern. Draußen stehen jetzt nur noch winterharte Kulturen wie Rosenkohl und Porree, sowie noch ein Satz Blumenkohl, welcher die kalten Nächte anscheinend überlebt hat. Auch in den Gewächshäusern, in denen es ja ebenfalls frieren kann, stehen etwaskälteverträgliche Kulturen wie Feldsalat, Schnittsalat und Postelein. So können wir auch weiterhin in einem gewissen Umfang einiges Frisches aus eigenem Anbau anbieten – wenn es nicht wieder so kalt wird wie Anfang der letzten Novemberwoche…

frostfeld

Sabine machte dieses tolle Foto vom frostigen Feld (Foto: SN)

2016 – Kein Kartoffeljahr

2016 war ein äußerst schwieriges Kartoffeljahr. Unter guten Bedingungen konnten wir Anfang April unsere Pflanzkartoffeln in die Erde bringen. Unter ebenfalls guten Bedingungen konnten wir nach dem Keimen des ersten Unkrautes dieses abstriegeln, die Kartoffeldämme wie dieser neu aufhäufeln und dieses drei Mal wiederholen. So hatten wir das Unkraut oder Beikraut gut im Griff. Die Frühkartoffeln haben wir Mitte Mai sogar beregnet, was sich im Nachhinein trotz des nachfolgend vielen Regens als gut herausstellte, denn sie hatten einen guten Ertrag und Qualität. Anfang Juni kam dann der Regen und hörte nicht auf, auf den Feldern stand zum Teil das Wasser. In der Folge bekamen die Kartoffeln „nasse Füße“, wie wir Bauern sagen. Das können sie (wie wir auch)  nicht gut vertragen. Bedingt durch diese mehr als dreifache Regenmenge im Monat Juni stoppte das Wachstum der Knollen und das Laub wurde oberirdisch von Pilzen befallen. Als es dann Ende Juni/ Anfang Juli immer wärmer wurde, es aber auch immer wieder Regenschauern gab, konnten sich diese Pilze immer weiter ausbreiten und brachten das Laub zum absterben. Am 10. Juli war dann alles Laub abgestorben und damit auch das Knollenwachstum zu Ende. Das erklärt die vielen kleinen Knollen und den damit verbundenen schlechten Ertrag von ungefähr zwei Dritteln bis, je nach Sorte, zur Hälfte des Normalen. (Wir dachten zuerst es wäre noch weniger und es gibt auch zahlreiche Kollegen wo dieses so ist.)

Doch damit nicht genug: Bedingt durch das viele Wasser wurde der eigentlich lockere Boden stark zusammengefügt. Dadurch war im Boden weniger Luft und es konnten sich zahlreiche Schadpilze bilden (Schorf, Schwarzfäule, Erwinia, Nabelendfäule, Rizoctonia, etc.) und Bodenlebewesen entwickeln (Drahtwurm, die Larve verschiedener Laufkäfer, Nacktschnecken, etc.), die der Knollenqualität (vor allem der Äußeren) wenig zuträglich sind. So sortieren wir von den wenigen Kartoffeln auch noch übermäßig viele aus bis zu 40 Prozent. Dabei geschieht es, das wir auch einige Mängel übersehen oder auch welche rauswerfen die fast nichts haben. Dazu gibt es noch viele Kartoffeln (10 bis 20 %), die wir als zu klein absieben, obwohl wir schon ein kleineres Sieb (mit 25mm) verwenden.

Zusätzlich zu den äußeren Mängeln kommt, dass die Kartoffeln einen sehr niedrigen Stärkegehalt haben (durchschnittlich ca. 20% weniger als normal). Dieses ist durch das sehr frühe Absterben der grünen Blätter verursacht. So konnten nur weniger Stoffwechselprodukte der Photosynthese aus den Blättern in die Knolle eingelagert werden, als sonst. Die Stärke ist aber der Geschmacksträger der Kartoffel, ähnlich wie das Fett bei tierischen Produkten.

Wir bitten Sie um Ihr Verständnis, dass wir Ihnen unsere Kartoffeln nicht in der von uns und Ihnen gewollten Qualität anbieten können. Wir können sie auch nicht preiswerter verkaufen, die Mengen sind dafür zu niedrig und der Verlust zu hoch. Wir werden in Kürze auch eine extra kleinere Sortierung (evt. auch gewaschen)  anbieten, mit entsprechenden Zubereitungstipps. Bitte unterstützen Sie uns trotzdem oder gerade wegen der Umstände mit einem weiteren Kauf der Kartoffeln bei uns.

Warum Bioland Kartoffelanbau gut für uns und die Umwelt ist, ist ja hoffentlich hinreichend bekannt. Wenn nicht, fragen Sie nach, wir stehen Ihnen gerne dafür zur Verfügung.

Rückblick: Italien-Informationsreise mit Weiling

Sizilien, Süditalien waren ja das Ziel unserer Urlaubsreise durch ein wunderbares, aber auch widersprüchliches Land. Landschaft, Berge, Natur, entspannte Menschen, die offensichtlich viel Zeit füreinander hatten. Aber nach Süden zunehmend viel Müll und (Bau)Ruinen. Es waren tolle Tage miteinander und auch mit Kollegin Katrin Schlick von Lotta Karotta. Der erste Betrieb, den wir auf unserer Rundreise (organisiert von unserem Großhändler Weiling) besucht haben war die Genossenschaft “l´Arcobaleno“ (übersetzt: Regenbogen). Geführt von Anna Maria Catalanotto und Francesco Musso produzieren die 13 MitgliedbäuerInnen auf etwa 100 Hektar Orangen der Sorten Navelina und Washington Navel. Der größte Teil der Flächen ist noch „nur“ EU-Bio-Anbau, aber nach und nach wird die Fläche nach Naturland-Richtlinien bewirtschaftet, so dass mittlerweile schon ein großer Teil diesem höheren Bio-Standard entspricht. Konkret heißt das, dass weniger Kupfer (gegen eine Art Schorf) und weniger und vor allem besserer Stickstoffhandelsdünger eingesetzt werden.

orangenhain probieren

Ansonsten werden einige Schädlinge mittels Lockstofffallen im Zaum gehalten und andere über Nützlingseinsatz. Auch werden erste Versuche mit (Mist)Kompost bei der Nährstoffversorgung der Bäume gemacht. Entscheidend aber für den Ertrag eines Orangenbaumes sind der Baumschnitt und die genügende und richtige Art der Wasserversorgung. In den die Genossenschaft umliegenden Orangenhainen konnten wir gut diese Unterschiede erkennen. Nach vielen internen Diskussionen aufgrund meiner Nachfragen konnten meine Fragen aber gut beantwortet werden, so dass ich einen guten Eindruck hatte. Nur beim Thema Pflanzgut scheint der Wunsch Biopflanzgut zu verwenden nicht sehr hoch zu sein. Da der Jungbaum ja erst nach fünf Jahren die ersten Verkaufsfrüchte bringt, lautet die Antwort: „Nach drei Jahren ist er ja umgestellt“. So hat halt jeder noch Entwicklungspotential und es ist dann wohl auch an uns, die offenen Fragen immer wieder zu stellen (natürlich auch uns selbst). Um es vorweg  (die anderen Porträts folgen ja noch) zu nehmen (Vielen haben Petra und ich es ja auch schon erzählt): Der Bioanbau in Süditalien ist besser als sein Ruf, es gibt aber noch viel Entwicklungspotential.

„Anderswo Reisen“ – Wer Inspiration für Reisen sucht… das Reisemagazin in der Ökokiste

Aufgrund der Kooperation unseres Dachverbands „Ökokiste e.V.“ und der Firma Anderswo Reisen, bisher bekannt unter „Verträglich Reisen“, haben wir unseren Abo-Kunden das aktuelle Magazin beigefügt. Anderswo Reisen selbst ist kein Reiseveranstalter, sondern fasst interessante Angebote rund um das Thema „Reisen in Europa“ mit klarem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und redaktionelle Beiträge in einem jährlichen, hochwertig aufgemachten Magazin zusammen. Mehr Informationen finden Sie auf www.wirsindanderswo.de

Bruderhahn

Da wir zuletzt einige Anfragen zum Thema „Bruderhahn“ erhalten haben, möchten wir unseren Standpunkt hierzu nicht nur den Absendern gegenüber erläutern.

Wir begrüßen die Initiative „Bruderhahn“ ausdrücklich, da sie ein gutes und wichtiges Signal gegen die derzeitige unethische Art der Geflügelhaltung (mit der Tötung männlicher Küken) darstellt. Die Kernfrage, die hiervon unberührt bleibt, ist aber weiterhin: Was rechtfertigt wann die Tötung der Tiere? Betrachtet man dies von der Warte des effizienten Ressourceneinsatzes, so ist die Tötung der Küken sicherlich wirtschaftlicher – in zeitlicher und finanzieller Hinsicht. Man investiert nicht mehr als nötig, hat dafür aber auch keinen Ertrag. „Bruderhahn“ setzt auf die Aufzucht, so dass die männlichen Tiere erst nach einigen Wochen/Monaten geschlachtet werden. Hier ist der Aufwand der Aufzucht gleich dem einer Henne, der Ertrag aber deutlich geringer – aber eben höher als Null. Wie also eine „gerechte“ Lösung finden, die den Tieren Lebensqualität einräumt und den Züchtern bzw. Haltern wirtschaftliche Sicherheit bietet?

Wir vom Lammertzhof unterstützen daher eine weitere und weitergehendere Initiative, die sich mit den grundsätzlichen Herausforderungen der ökologischen Geflügelzucht beschäftigt und zukunftsfähige Lösungen sucht:

Die „1 Cent mehr pro Ei“-Kampagne der ÖTZ (Ökologische Tierzucht gGmbH), fördert die konsequente (Weiter-)Entwicklung einer ökologischen Geflügelzüchtung. Dies bedeutet, dass das Öko-Huhn von morgen „an Haltungs- und Fütterungsbedingungen der ökologischen Landwirtschaft besser angepasst als die hochleistenden Hennen von heute“ ist. „Gleichwohl verfügt es über ein genügend hohes Leistungspotential, um eine wirtschaftliche Produktion zu ermöglichen.“ Idealerweise werden so „mit einem Tier beide Produktionsrichtungen (Eier und Fleisch, daher der Begriff „Zweinutzung“) abgedeckt und damit die sinnvolle Verwendung der männlichen Küken gewährleistet“.

Quelle: http://www.oekotierzucht.de/

Konkret bedeutet das: Wir zahlen pro Ei 1 Cent in den Stiftungsfond ein.

Die Züchter, später dann auch die Betriebe, welche wie wir die neuen Hühner testen, erhalten daraus dann eine finanzielle Unterstützung. Von den Hühnern aus der Ursprungszuchtlinie halten wir bereits zwei Gruppen, immer wenn diese erhältlich sind, nehmen wir sie auch.

Über die Initiative haben wir im Herbst-Newsletter berichtet, mehr Infos zur Hühnerhaltung finden Sie im März-Newsletter

Diese Initiative ist auch wichtig für die Vielfalt an Firmen in der Züchtung, die sich in der Vergangenheit auf zwei Firmen weltweit konzentrierte!

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Geschenkideen zu Weihnachten

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In unserem Hofmarkt finden Sie zur Weihnachtszeit viele geschmackvolle Geschenkideen, von schokoladig-lecker bis zu herzhaft-aromatisch ist für jeden (Bio-)Genießer etwas dabei! Selbstverständlich bieten wir auch Gutscheine für unseren Hofladen oder das Gemüse-Abo „Ökokiste“ an. Überraschen Sie Ihre Familie, Freunde oder Bekannten doch mit einem leckeren & bequemen Bio-Abo – als Gutschein bereits ab 58 Euro (= 4 Lieferungen zu je 13 Euro zzgl. 1,50 Euro Liefergebühren). Gutscheine für den Hofmarkt sind in beliebiger Höhe erhältlich.

Sie haben Fragen oder wünschen eine Beratung zum Thema Gutschein bzw. Abo-Kiste verschenken? Unsere Kundenbetreuung ist Montag bis Freitag von 8.00 – 13.00 Uhr für Sie erreichbar: 02131-7574717 oder per Email unter

Bio-Weihnachtsbäume im Verkauf

tannenbaeume

Wie in den Vorjahren, bieten wir auch 2016 wieder Weihnachtsbäume vom Bioland Gartenbaubetrieb Lüdenbach aus Engelskirchen an. Ab Freitag, den 09.12. um 15 Uhr finden Sie Nordmann-Tannen sowie einige (kleinere) Blau-Fichten in unserem Sortiment. Am Freitag und Samstag gibt es zudem eine leckere Tasse Glühwein oder -punsch.

Unsere Erfahrung zeigt, dass insbesondere an den ersten beiden Verkaufstagen (Fr + Sa) bereits ein Großteil der Bäume verkauft wird.

Wir empfehlen daher den Kauf (spätere Abholung ist nach Rücksprache möglich) bereits an einem der beiden Tage. An diesem Wochenede sind wir auch mit den beiden FÖJlern als Helfer gut aufgestellt. Ansonsten „wuppen“ wir den Weihnachtsbaumverkauf im Hofmarkt mit und Sie müssen eventuell Wartezeiten in Kauf nehmen, da wir im normalen Verkauf sind.

http://www.st-luedenbach.de/weihnachtsbaeume.html

19.12.: Betriebs-Weihnachtsfeier

Am 19.12. schließt unser Hofmarkt aufgrund der betrieblichen Weihnachtsfeier bereits um 13 Uhr. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis!

Mein Lieblingsprodukt

von Thomas, Auslieferungsfahrer Radkutsche

„Mein Lieblingsproduktist die Aprikosen-Nusstange der Biobäckerei Schomaker – weil sie mich nach der Radkutschen-Tour mit neuer Energie versorgt und dabei noch sehr gut schmeckt!“

marzipannuss_stange

PS: Sie möchten Ihr Lieblingsprodukt auch einmal in unserem Newsletter vorstellen? Mailen Sie uns Ihr Lieblingsprodukt mit einer kurzen Begründung, warum es Ihnen so gut gefällt, an

Infos & Termine

09.12.: Weihnachtsbaumverkauf

Ab 15 Uhr bieten wir vor dem Hofmarkt die Weihnachtsbäume zum Verkauf an.

09.12.: AURORA GOLD – Käseverkostung

Bioland Milch vom Niederrhein, gekäst auf der niederländischen Seite bei Kranenburg: Probieren Sie die beliebten und leckeren Käse aus der Käserei ten Dam – zum Beispiel den „Aurora Gold Winterkäse“ oder den Butterkäse Cranberry/Ingwer. Mehr Infos zur Käserei: http://aurora-kaas.com

19.12.: Hofmarkt schließt um 13 Uhr

Aufgrund der betrieblichen Weihnachtsfeier.

24.12.-31.12..: Öffnungszeiten Hofmarkt

An Heiligabend und Silvester hat der Hofmarkt von 7 – 12 Uhr, „zwischen den Tagen“ von 9 – 18 Uhr geöffnet.

27.12.-30.12..: Lieferpause Gemüse-Abo

In der Zeit vom 27.12. bis 30.12.2016 legen wir eine betriebliche Lieferpause ein. Das Büro ist wieder ab dem 02.01. besetzt, die ersten Lieferungen erfolgen dann regulär ab dem 03.01.2017

Bioland Lammertzhof