November 2015

Liebe Kunden,

in einem Monat ist Weihnachten! Pünktlich zum Jahresende sind unsere Arbeiten in der Landwirtschaft so gut wie abgeschlossen („Von den Feldern“) und der Hofmarkt wird für die Adventszeit vorbereitet. Am ersten Dezember-Wochenende startet unser Tannenbaumverkauf (wer zuerst kommt, hat die größte Auswahl), am 08.12. bieten wir ab 11 Uhr in unserem Hofmarkt frische, Lammertzhof-eigene Suppenhühner an – um Vorbestellung wird gebeten! In diesem Zusammenhang möchten wir Sie erneut an die geänderten Öffnungs- und Lieferzeiten erinnern, die Sie unter „Termine“ finden. Dass die Bio-Landwirtschaft nicht nur in Deutschland von großem Interesse ist, zeigen gleich zwei Besuchergruppen, die wir diese Woche auf dem Lammertzhof begrüßen dürfen: Je eine Delegation aus Japan und Südkorea informieren sich bei uns über den Anbau und die Direktvermarktung von Bio-Produkten. Wir sind gespannt auf den Austausch und werden berichten! Bis dahin! Herzliche Grüße

Unterschrift

Petra Graute-Hannen und Heinrich Hannen

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Mutantenlachs

Eine Nachricht vom vergangenen Donnerstag aus den USA ließ uns aufhorchen und sorgte (nicht nur bei uns) für Unverständnis. Die US-Lebensmittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) erteilte dem gentechnisch verändertem Lachs „AquAdvantage“ die Zulassung als Lebensmittel – zwar nur in den USA, doch mit TTIP & Co. könnte der Mutant auch auf
unseren Tellern landen. In nur 18 Monaten erreicht der mutierte Lachs „schlachtreife“, da er dank des Regulations-Gens auch im kalten Wasser (z.B. in den Wintermonaten) kontinuierlich an seinem Wachstum arbeitet. Dies verdankt er den Genen von Königslachs (Wachstum) und dem „Frostschutz“ des Zoarces americanus, einem aal-ähnlichen Fisch. Die Zulassung der FDA bezüglich des Verkaufs in den Vereinigten Staaten ist jedoch auch an „Bedingungen“ gekoppelt. So darf der Mutant nur an zwei Produktionsstätten hergestellt werden: Die Eier werden ausschließlich in Kanada produziert, die Aufzucht muss in einer Anlage in Panama stattfinden. Eine gesonderte Kennzeichnung für den gentechnisch-veränderten Fisch ist jedoch nicht  vorgeschrieben und soll auch nicht im Wege der freiwilligen Kennzeichnung erfolgen, wie der Hersteller AquaBounty mitteilte. Die FDA begründet ihre Entscheidung zur Freigabe mit sorgfältigen Studien – so sei der Lachs ungefährlich und entspricht den Sicherheits- und Lebensmittelstandards. Im Zulassungsverfahren mangelt es jedoch auch an Transparenz: Es wurden „Zahlen des Herstellers“ und „einige andere Daten“ genutzt, teilt die FDA mit. Obwohl nicht mit Schäden an Natur und Umwelt zu rechnen sei, bleibt die Aufzucht in den USA jedoch verboten. Obwohl die Fische allesamt weiblich und steril sein sollen, dürfen die Fischfarmen nur abgeschlossene Tanks ohne Verbindung zu offenen Gewässern einsetzen. Umwelt- und Verbraucherschutzverbände kritisieren die Entscheidung der FDA mit Nachdruck. Neben fehlenden Langzeitstudien (u.a. wie sich der Konsum auf den Menschen auswirkt) ist es insbesondere der Verlass auf die Datenerhebung des Herstellers in einem völlig intransparenten Verfahren, der für kopfschütteln sorgt. Zwar haben bereits die ersten Supermärkte angekündigt, den Mutantenlachs nicht ins Sortiment aufnehmen zu wollen – dass sich jedoch in den USA keine Nachfrage für dieses Produkt entwickelt, darf bezweifelt werden. Auch wenn es eigentlich zu schön wäre, um wahr zu sein… Ob in den USA oder, dank TTIP & Co., in Europa: Der Lachskauf könnte zukünftig ein intransparentes Glücksspiel für den Verbraucher werden. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, der bleibt beim Bio-Lachs: So kann man sicher sein, das weder Gentechnik noch Chemikalien oder Antibiotika eingesetzt werden. Zudem hat man Gewissheit über die eingesetzten Futtermittel und beugt aufgrund der speziellen Zucht der Überfischung mitsamt ihrer Nachteile (Ungleichgewicht im Ökosystem, u.a. wegen Verschmutzung der Gewässer und Zerstörung der Lebensräume anderer Lebewesen, vorallem durch Grundschleppnetze) vor. Darüber hinaus verschmutzen Nahrungsreste aus konventionellen Aquafarmen das Meerwasser. Um die Lachse in den Fischfarmen zu füttern, wird eine Menge anderer Fisch benötigt: für ein Kilo Lachs rund fünf Kilo Fischmehl. Die Fischbestände der Meere werden dafür geplündert. In ökologisch wirtschaftenden Aquakulturen wird der Lachs hingegen naturnah gezüchtet. Weder Fungizide, Pestizide noch Antibiotika dürfen eingesetzt werden. Wegen geringerer Besatzdichten treten Parasiten und Krankheiten nur selten auf. Bio-Lachs wird ausschließlich mit Fischabfällen gefüttert. Das soll die Überfischung der Weltmeere vermeiden helfen. Übrigens: Nach einem Test der Stiftung Warentest schneidet Bio-Lachs aus Aquakulturen geschmacklich besser ab als die „Delikatesse“ Wildlachs.

Von den Feldern

Die Ernte ist fast abgeschlossen: Der vorletzte Satz Blumenkohl wurde eingeholt, und Grünkohl, Superschmelzkohlrabi sowie Rosenkohl geerntet. In den Folientunneln wachsen nach den Tomaten nun die Wintersalate. Wegen der zum Teil starken Windböen der letzten Tage und Wochen mussten wir die Abdeckung eines Folientunnels reparieren. Generell müssen die Maschinen jetzt winterfest gemacht werden – das bedeutet auch Reparaturen, Lackierungen und generelle Wartungsarbeiten. Auf unserer Naturschutzfläche haben wir nur einzelne Streifen bearbeitet, um den Tieren des Feldes geeignete Rückzugsräume zu schaffen. Sonnenblumen und Mais haben wir auf einigen Felder ebenfalls nicht gehäckselt, sondern lediglich geknickt, um auch dort Rückzugsräume anzubieten. Zudem bieten diese Pflanzen ausreichend Nahrung für die Tiere. Die Kulturschutznetze haben wir eingeholt (ansonsten würden sich Pilze bilden) und die Vogelscheuchen für das nächste Jahr eingelagert. Fazit: Feldversuch gelungen! Vor dem Hofmarkt bereiten wir die Fläche für den Weihnachtsbaumverkauf vor: Am Wochenende des 2.Advent findet sich dort eine große Auswahl biologischer Tannenbäume.

Wie Schokolade wirklich nachhaltig fair sein kann

Obwohl die Gewinne der weltgrößten Schokoladenhersteller nach wie vor sehr hoch sind, liegt das Pro-Kopf-Einkommen der Kakao-Bauern-Familien weiterhin unter der Armutsgrenze. Hoher Preisdruck auf den unteren Ebenen der Wertschöpfungskette, dafür Handelsspannen von fast 80 % allein bei Hersteller und Einzelhandel – nach dem aktuellen „Kakaobarometer 2015“ beträgt der Anteil der Bauern am Verkaufspreis lediglich 6,6 %. Zwar haben es sich die größten Produzenten per Selbstverpflichtung aufgelegt mehr zertifizierten Kakao zu erwerben – daraus ergeben sich aber zugleich auch neue Probleme: Nicht alle Zertifizierungen führen automatisch auch zu höheren Einkommen der Bauern, zudem kommt es vor, dass der Kakao auch mehrfach zertifiziert wird und somit mehrfach in den Statistiken auftauchen kann. Daher wundert es nicht, dass die Jahreseinkommen der Geschäftsführer der großen Schoko-Produzenten oftmals nur marginal niedriger sind als die gesamten Aufwendungen der Unternehmen für einen nachhaltigen Kakaoanbau. Auch der Fairtrade-Handel stellt kein Allheilmittel dar: “Zertifizierte Schokolade ist gut, aber nicht gut genug”, so das Fazit, welches das Verbrauchermagazin Utopia aus dem Kakaobarometer zieht. Die Fairtrade-Prämie gewährleistet z.B. noch nicht, dass die Bauernfamilien der Armut entfliehen können. Wichtiger ist es laut Friedel Hütz-Adams, Co-Autor des Kakao-Barometers vom Südwind Institut, “den Anbau zu diversifizieren, Weiterbildungen einzurichten und den Kakaopreis zu erhöhen, den die Bäuerinnen und Bauern erhalten”. Genau hier setzt Original Beans an und zeigt, wie Schokolade wirklich nachhaltig fair sein kann. Denn: „Wer über Fairness oder gar Nachhaltigkeit in der Schokoladeindustrie spricht und keine höheren Preise für die Produzenten einrechnet, verschleiert den wahren Sachverhalt. Schokolade ist ein klassisches Billigprodukt – dass insbesondere die Kleinbauern am Ende der Wertschöpfungskette darunter leiden, ist keine Überraschung. Ein höheres Preisniveau kann dem Konsumenten nur durch das Erlebnis  herausragender Qualität vermittelt werden – denn nur der Genuss der besten Schokolade der Welt bringt den Konsumenten dazu, einen substantiell höheren Preis zu zahlen. Und diesen Preis setzen wir bei Original Beans in messbare soziale und ökologische Nachhaltigkeit um.“ (Philipp Kauffmann, Original Beans Gründer) Diese durch und durch nachhaltige Wertschöpfungskette genießt leider noch immer Seltenheitswert in der (Schokoladen-)Industrie. Ein Grund mehr, warum wir Original Beans sowohl im Hofmarkt als auch im Abo anbieten.

Mehr Informationen zu den Prinzipien von Original Beans finden Sie auf www.originalbeans.de.

Schrot & Korn Leserwahl

Auch in diesem Jahr führt das „Schrot & Korn“-Magazin die Beste Bio-Läden Leserwahl durch. Bis zum 09.12.2015 können Sie Ihre Bewertungen abgeben. Entsprechende Bewertungskarten erhalten Sie bei uns im Hofmarkt, alternativ können Sie online direkt abstimmen. Wie in jedem Jahr werden unter allen Teilnehmern tolle Preise verlost. Selbstverständlich haben Sie aber auch außerhalb der S&K Umfrage jederzeit die Möglichkeit, uns Ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge mitzuteilen – so helfen Sie aktiv dabei, unser Angebot und die Dienstleistungen zu optimieren.

Infos & Termine

NEUER TERMIN: Verkostung Feinkostmanufaktur „krautundblüten“ am 05.12.2015
Von 10 bis 14 Uhr können im Hofmarkt die Produkte der „krautundblüten – manufaktur für feines aus wildem“ probiert werden. Die Produkte werden mit einheimischen Wildkräutern, -blüten und -beeren hergestellt. Im Programm sind Essig, Öl, Sirup, Kräutersalze und -mischungen, Chutneys, Pesto und Karamell.

zum 2. Advent: Weihnachtsbaum-Verkauf mit Punsch & Verkostung
Parallel zur Verkostung der Feinkostmanufaktur „krautundblüten“ bieten wir auch dieses Jahr Bioland-zertifizierte Weihnachtsbäume zum Verkauf an. Genießen Sie leckeren, heißen Punsch und suchen Sie sich „Ihren Baum“ aus. Sie helfen so, den Wald zu schützen: Unsere Tannen wachsen in natürlicher Umgebung und ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat, die das empfindliche Ökosystem Wald(boden) zerstören.
14.12.2015: Hofmarkt schließt bereits um 16 Uhr!
Aufgrund unserer betriebsinternen Weihnachtsfeier schließt der Hofmarkt am 14.12. bereits um 16.00 Uhr. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis! Vom 28.-30.12. haben wir von 9-16 Uhr geöffnet, an Heiligabend und Silvester von 7-12 Uhr.
Abo-Lieferungen Weihnachtstage
In der Kalenderwoche 52 werden die Liefertouren 200 – 426 (reguläre Anlieferung Di – Do) einen Tag vorgezogen, so dass von Montag bis Mittwoch geliefert wird. Die erste Lieferung im neuen Jahr erfolgt am Dienstag, den 05.01.2016. Bitte beachten Sie, dass das Büro in der Zwischenzeit nicht besetzt ist!

Bioland Lammertzhof
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