Rundgang Zoologische Theologie

Theologische Zoologie

Thematischer Rundgang über den Lammertzhof – Vortrag „Tiere, die wir essen/Tiere die wir lieben – Eine (religiöse) Wertschätzung unserer Mitgeschöpfe“ am 29.09.2015 auf dem Lammertzhof und in der Lukaskirche in Holzbüttgen.

Als besondere Gäste konnten wir Pfarrerin Maike Neumann und Heinrich Völkering (Institut für theologische Zoologie der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster) auf dem Lammertzhof begrüßen. Mit dem Fokus der Schafs- und Hühnerhaltung auf dem Hof, inspizierte die Gruppe die entsprechenden Ställe und Ausläufe an. Im starken Gegensatz dazu stand der Nachbau einer ehemaligen Schweinebucht. Zudem wurde die Motivation der beiden Betriebsleiter dargestellt, dass aus Ihrer Sicht, in einer gegenüber dem Tier und der Gesellschaft respektvollen Tierhaltung, ein guter Kompromiss zwischen Notwendigkeit der Nutztierhaltung und den Bedürfnissen und Verhaltensweisen der Tiere gefunden wurde.

zoologische theologie 2

Beim anschließenden Vortrag in der Lukaskiche erläuterte Herr Völkering die aus der Bibel abgeleiteten Thesen zur Stellung des Tieres:

  • Menschen und Tiere sind am gleichen 6. Tag geschaffen worden. Die Krone der Schöpfung ist der Sabbat (nicht der Mensch)
  • Die Tiere sind (im Gegensatz zum Menschen) nicht aus dem Paradies vertrieben worden
  • Der vermeintliche Herrschaftsauftrag an den Menschen ist als Einweisung in die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung zu verstehen
  • Diese Sorge um eine umfassende Gerechtigkeit muss auch das Wohl der Tiere im Blick behalten
  • Die (auch) in der Theologie begründete unleugbare Verwandtschaft zwischen Tier und Mensch fordert ein starkes Engagement der Menschen und Kirchen für die „Bewahrung der Schöpfung“
  • Eine Tierhaltung, die weder auf die geschöpfliche Würde der Tiere, noch auf seine individuellen Bedürfnisse eingeht – die Tiere zur Masse degradiert – ist zutiefst fragwürdig.

Diese Thesen wurden mit zahlreichen Zitaten aus der Bibel und auch zeitgenössischer Philosophen belegt.

Die Reaktion des Publikums auf diese Thesen und die anschließend breite Teilnahme an der Diskussion zeigte, das Bewusstsein um einen „neuen“ oder „anderen“ Umgang mit der Schöpfung  vorhanden ist.

Bioland Lammertzhof
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