Bioland Prinzip 1

1. Bioland Prinzip: Im Kreislauf wirtschaften

Einen wichtigen Teil des Prinzips „im Kreislauf wirtschaften“ decken bereits unsere Bioland Richtlinien ab. Z.B. können nur so viele Tiere gehalten werden, wie mit der anrechenbaren Fläche ernährt werden können und umgekehrt die Fläche an Dünger verträgt.
Das Kreislauf Prinzip meint aber noch viel mehr wie z.B. das auf den Höfen Rückzugsräume für Nützlinge geschaffen werden, damit sie die Schädlinge in Schach. Es bedeutet auch, dass wir in einem Jahr den pflanzlichen Dünger anbauen, der im nächsten Jahr das Gemüse ernährt. Es bedeutet, dass wir Eiweißfrüchte (z.B. Ackerbohnen und Lupinen) anbauen, womit wir im Gewächshaus die Tomaten, Gurken und Auberginen düngen. Und es bedeutet, dass wir immer am Gestern und Morgen das Heute ausrichten. Wie war der Boden im vergangenen Jahr, was soll dort nächstes Jahr wachsen. Wenn wir wissen, dass sowieso Läuse in den Gewächshauskulturen kommen werden, säen wir hier Getreide in Kisten aus. Dadurch gedeihen Getreideläuse, die nicht auf unsere Kulturen gehen, sondern als Nahrungsquelle für die Nützlinge (wie z.B. Marienkäfer) dienen. Somit ziehen wir uns die Nützlinge zur Bekämpfung der Schädlinge selber an.
Was aber heißt das oben erwähnte Thema der Tierhaltung für unseren auch Gemüsebau orientierten Betrieb, wo ja viel Masse, nämlich das geerntete Gemüse für den Verkauf, abgefahren wird? Über die Jahre haben wir verschiedene sogenannte Futter-Mist-Kooperationen mit anderen Bio(land) Betrieben geschlossen, wo sich die Ein- und Austräge wieder ergänzen.

Am längsten gibt es die Champost Kooperation mit dem Betrieb Benno Moser in Langenfeld. Unser geerntetes Stroh wird zum Betrieb Moser gebracht, wo mit Bio Pferde- und Hähnchenmist daraus Pilzsubstrat für die Champignon Kulturen angesetzt wird. Nach der Ernte der Champignons sind im sogenannten Champost noch wichtige Restnähstoffe enthalten und kommt als Dünger auf unsere Flächen. Das ist zwar nicht eins zu eins der Champost aus genau unserem Stroh, aber in einer äquivalenten Menge. Der Transport findet mit großen Container LKW (2 LKW Züge) statt und ist mit 40 km noch im Rahmen.
Dann gibt es die Hühner-Futter-Mist-Kooperation mit Jens und Andrea Bodden in Goch. Hier liefern wir ca. 50 t Getreide (unseren Sommerweizen) zu Boddens als Futter für die Hühner. Im Gegenzug erhalten wir ca. 50 t Mist als Dünger zurück. Jens und Andrea Bodden sind unsere Geflügel Züchter, daher kommen unsere Junghühner im Alter von etwa 16 Wochen und u.a. dort werden die Zweinutzungshühner der Ökologischen Tierzucht AG (ÖTZ) gezüchtet. Natürlich verkaufen wir auch ÖTZ Eier und beteiligen uns von Anfang an bei dem Züchtungsprojekt mit der 1 Cent Aktion.
Die dritte Kooperation ist die jüngste und auch die mit der kleinsten Entfernung. Von unseren ca. 12 ha Gründünger mit Weißkleegras schneiden Peter und Petra Zens Futter für ihre ca. 85 Milchkühe der robusten Fleckvierasse für den Winter (keine Bange, für unsere Schafe ist auch genug da). Wir erhalten ca. 100t Mist und 50 cbm (Kubikmeter) Gülle zurück, die auf unseren Feldern ausgebracht werden. Außerdem holen wir seit Januar nun 2x wöchentlich Milch aus der eigenen Hofmolkerei ab. Für die Zukunft ist auch noch Joghurt geplant. Damit können wir im Laufe des Jahres ausrechnen, von wie vielen Kühe etwa die Milch kommt, die unser Futter erhalten haben.
Diese Nährstoffäquivalente werden in unserer Anbauplanung, aber auch bei der Ökokontrolle angeschaut und bewertet. Da diese Kooperationen auch mit Transporten verbunden sind, gehen wir hier Kompromisse ein, aber eine gewisse Ausrichtung, mit entsprechendem Fachwissen der Betriebe ist unsere Realität. Entscheidend ist, dass es auch gelebte Kooperationen sind und nicht nur auf dem Papier.

Sehr passend hierzu ist der wunderbare Film „unsere große kleine Farm“ oder auch der Film über die Sekem Farm, denn mit diesen Gedanken in Kreisläufen zu wirtschaften kann ein verlassener Betrieb aufblühen und kann in der Wüste ein Paradies entstehen! Wir arbeiten an unserem Paradies hier und laden Sie ein, sich mit in den Kreislauf einzubinden.

Bioland Lammertzhof
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